Was zum Teufel ist Canvas? Oder: von meiner Liebe zu bunten Klebezettelchen

Canvas - im Business stößt man aktuell immer wieder auf diesen Ausdruck - und man hat das Gefühl, jeder kennt‘s, jeder arbeitet damit. Zumindest bei mir hat sich dieser Eindruck eingestellt. Ich bin vor einigen Jahren über das Canvas-Modell eher „drübergestoplert“ und bin bis heute sehr happy damit :-)


Warum? Weil ich ein leidenschaftlicher bunte Klebenachrichten-User bin, gerne um die Ecke denke und dabei die Flexibilität des Klebenachrichten-Umschichtens heiß liebe. Und das am liebsten schön übersichtlich auf einem Flipchart, dass die Eingangstüre meines Büros ziert. Da ist mir die „Landkarte“ (= die Übersetzung von Canvas) gerade recht gekommen.


Der schlaue Kopf dahinter ist Alexander Osterwalder, der dieses Analysetool für Business-Ideen entwickelt hat. Warum es mein Favorit ist? Weil es ganz klar auf Visualisierung abzielt.




"Visualisierung ist für mich eine der besten Methoden um den eigenen Weg zu skizzieren."




Bei mir im Office können da schon mal mehrere solcher Flips die Wände zieren, weil ich mit dieser Methode nicht nur mein Business plane, sondern auch in Sachen Produktentwicklung darauf zurückgreife - was unter anderem meiner doch etwas ausgeprägten Bunte-Klebenotizen-Leidenschaft geschuldet ist.


Was kann Canvas? Das Modell baut auf neun Bereichen auf, die einen klaren Blick auf einzelne Bausteine ermöglichen. Das klappt nicht nur super in großen Teams, sondern macht auch für mich als EPU Sinn - so in Sachen Brett vor Kopf und so. Denn wenn mal wieder der blinde Fleck auszuufern droht, kann ich anhand meiner Landkarte schnell Feedback und Denkanstöße von meinen wunderbaren Kolleginnen und Kollegen einholen. Big-Feedback-Schleife als EPU eben. Die neun Bauklötze der Landkarte

(...und ja neun Farben von Kleben-Nachrichten gibt es...)


Wie so oft herrschen auch bei Canvas englische Begriffe vor. In meinen Coachings haben wir diese ein wenig vereinfacht - und auch den ein oder anderen merk-würdigen Ausdruck gefunden:



1) Will-haben-Truppe (Customer Segments / Kundensegmente)

Dialog- und Zielgruppen begleiten uns schon seit je her. Die „Will-haben-Truppe“ geht in meinen Augen tatsächlich einen Schritt weiter. Seine „Unternehmens-Persona“ zu definieren, haben wir im Business gelernt - doch wie kann ich über den Tellerrand dieser Persona blicken?


2) Maßklamotte (Value Proposition / Werteangebot)

Eine meiner Lieblings-Rubriken, weil‘s Klebe-Notizen-technisch hier so richtig bunt wird. Eine Farbe für die Herausforderungen der Will-haben-Truppe, eine Farbe für die angebotenen Lösungen, eine für‘s Werteversprechen und dann noch eine für völlig quergedachte Ideen und Kombinationen aus allem.


3) Treffpunkte (Channels / Kanäle)

Nein, damit ist nicht der schwarze Punkt in der Mitte einer Zielscheibe gemeint, sondern die Orte, an denen ich meine künftigen Kunden treffen kann. Da ist Recherche-Arbeit gefragt: Wo halten sich meine Kunden auf? Wo und in welcher Form informieren sie sich? An welchem Punkt kann ich sie abholen?


4) Ja, ich will! (Customer Relationships / Kundenbeziehungen)

Warum diese 100-prozentige Bestätigung? Weil die Beziehung zum Kunden bei mir selbst beginnt. Die klare Botschaft „Ja, ich will!“ ist für mich unverzichtbarer Ausgangspunkt für erfolgreiche Kundenbeziehungen. So ist es möglich, klar zu definieren, welche Art von Beziehung ich zu meinen Kunden aufbauen möchte (kurz- oder langfristig? Einmalkauf oder nachhaltig?) Was möchte ich in die Pflege unserer Beziehung investieren und wie wird diese für den Kunden sicht- und spürbar?


5) Tascherl-Füller (Revenue Streams / Einnahmequellen)

Unternehmer sein zu wollen, heißt auch finanziell erfolgreich sein zu wollen. Nicht „Wenn‘s läuft , dann wird das auch passen“, sondern aktiv Ideen entwickeln, für welche Leistungen der Traumkunde bereit ist zu bezahlen. Welche Modelle passen zu meinem Produkt? Was sind mögliche Tascherl-Füller und habe ich damit ein Alleinstellungsmerkmal?


6) Werkzeugkoffer (Key Resources / Schlüsselressourcen)

Die Big-Idea allein reicht nicht - es braucht eine funktionierende Infrastruktur um Versprechen am Kunden erfüllen zu können. Was muss alles in meinem Werkzeugkoffer einwandfrei funktionieren, um den Kundennutzen optimal zu erfüllen?


7) Fitness-Check (Key Activities / Schlüsselaktivitäten)

Die Maßklamotte schneidert sich nicht aus Luft und Liebe, sondern kann nur über aktives Gestalten funktionieren. Der Fitness-Check zeigt klar auf, was zu tun ist, um den Kundennutzen zu erfüllen und welche Aktivitäten es auf den unterschiedlichsten Vertriebskanälen braucht. Hier wird außerdem gesammelt, was für gute Kundenbeziehungen zu tun ist.


8) Flügelmacher (Key Partners / Schlüsselpartner)

Egal ob EPU oder Großkonzern - allein hat noch selten jemand die große Bühne gerockt. Darum heißt es, sich ganz klar zu machen: Wer sind wichtige Partner? Lieferanten, Multiplikatoren... wo brauche ich welche Netzwerkpartner und was kann ich für sie tun?


9) Saat & Ernte (Cost Structure / Kostenstruktur)

Wer ernten will, muss säen und sich um die Aussaat kümmern. Wer jedoch nicht mehr weiß, ob er Knoblauch oder Spargel ins Beet gesetzt hat, tut sich mit der Menüplanung schwer. Selbiges gilt für ein klare und sichere Kostenplanung im Unternehmen. Welche Aktivitäten verursachen welche Kosten? Welche Aktivitäten sind Kostentreiber, welche Einnahmen-Förderer?


Canvas / A. Osterwalder

Alles in allem kann man sagen, hilft Canvas dabei, Projekte und Ideen übersichtlich und klar zu planen, anpassungsfähig zu bleiben – und vor allem: dran zu bleiben. Hier entsteht kein einmaliger Business-Plan, der dann vielleicht in einer Schublade dem Vergessen frönt, sondern ein lebendiges Tool, an dem stetig weitergearbeitet werden kann. Ein großer Dank dem Schöpfer Alexander Osterwalder! So und was mach ich jetzt? Ja, ich hab grad mal wieder Lust bekommen, ein paar bunte Zettelchen aufs nächste Flipchart zu kleben…. Noch so eine Nebenwirkung: Die Ideen sprudeln!




"Business Model Generation: Eine Handbuch für Visionäre, Spielveränderer und Herausforderer"


von A. Osterwalder, Y. Pigneur ISBN-13: 978-3593394749

ISBN-10: 359339474X

Erschienen im Campus Verlag








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Nicole M. Mayer

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